Geschichte des Amtes Achterwehr

Amtsgebäude 1961
Amtsgebäude 1961

Das heutige Amt Achterwehr ist im Jahre 1970 aus dem alten Amt Achterwehr (mit den Gemeinden Achterwehr, Felde, Melsdorf, Ottendorf und Quarnbek), dem alten Amt Westensee (mit der Gemeinde Westensee) und dem alten Amt Bovenau (mit den Gemeinden Bredenbek und Krummwisch)entstanden. Im Jahre 1976 wurde der nördliche Bereich der Gemeinde Deutsch Nienhof in die Gemeinde Westensee eingegliedert und somit auch dem Amt Achterwehr zugeordnet.

Das Amt Achterwehr besteht heute also aus folgenden acht Gemeinden: Achterwehr, Bredenbek,Felde, Krummwisch, Melsdorf, Ottendorf, Quarnbek und Westensee.

Der Amtssitz ist in Achterwehr, der ländliche Zentralort ist Felde. Der Amtsbereich wird im Norden durch den Nord-Ostsee-Kanal begrenzt, im Süden von den Ämtern Nortorf-Land und Molfsee und im Westen vom Amt Osterrönfeld eingeschlossen. Das Amt Achterwehr grenzt mit den Gemeinden Ottendorf und Melsdorf direkt an die Landeshauptstadt Kiel.

Die Einwohnerzahl des Amtes Achterwehr betrug am 31. Dezember 2003 genau 11.068 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese leben auf einer Fläche von 12562 ha. Damit ist das Amt Achterwehr eines der größten Ämter im Kreis Rendsburg-Eckernförde und etwas größer als die Fläche der Stadt Kiel.

Nachdem das Amt bislang durch den Amtsvorsteher bzw. dessen Vertreter ehrenamtlich geleitet wurde, hat der Amtsausschuss Anfang 2008 entsprechend der geltenden kommunalrechtlichen Grundlagen beschlossen, die Verwaltung in die Hauptamtlichkeit zu überführen. Mit Wirkung zum 01.07.2008 übernimmt dann erstmals ein hauptamtlicher Amtsdirektor die Leitung der Amtsverwaltung. Mit dieser Aufgabe wurde für die nächsten 8 Jahre der bisherige Leitende Verwaltungsbeamte Hans-Werner Grewin betraut.

Landschaft und Orte:

Als Besonderheiten im Amtsbereich können 12 Güter genannt werden, aus denen im Laufe der Geschichte die Orte entstanden sind.

Die Landschaft rund um den Westensee gehört zum östlichen Hügelland. Typisch für diesen Teil Schleswig-Holsteins sind die Hügel und Seen. Neben dem Westensee (etwa 6 km lang und 3,5 km breit), der von der Eider durchflossen wird und der drittgrößte See in Schleswig-Holstein ist, gibt es mit dem Ahrensee, dem Flemhuder See, dem Pohlsee und dem Felder See noch vier weitere Seen.

Die höchste Erhebung ist der 88 m hohe Tüteberg in der Gemeinde Westensee. Von seiner Kuppe blickt man auf die typisch schleswig-holsteinische Knicklandschaft.

Sehenswert ist die mehr als 200 Jahre alte und vollständig restaurierte Eiderkanalschleuse in der Gemeinde Krummwisch. Der Vorgänger des heutigen Nord-Ostsee-Kanals, der alte Eiderkanal, ist fast überall in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Im westlichen Teil der Gemeinde Bredenbek, im Ortsteil Glinde, beginnt das Landschaftsschutzgebiet der Hügelgräber. Mit vielen gut erhaltenen Grabhügeln reicht es hinüber in die Gemeinde Haßmoor.

In der Gemeinde Quarnbek besteht bei Landwehr die Möglichkeit, mit einer Autofähre den Nord-Ostsee-Kanal kostenlos zu überqueren.

Einige Gemeinden aus dem Amtsbereich liegen direkt im oder am Naturpark Westensee. Damit erhöht sich die Attraktivität des Gebietes um den Westensee; dies kommt auch durch die vorhandenen Campingplätze und die Jugendherberge in der Gemeinde Westensee zum Ausdruck.

Schulen und Kindertagesstätten:

In den Gemeinden Achterwehr, Bredenbek, Felde, Melsdorf, Quarnbek und Westensee sind Grundschulen vorhanden.Diese sind seit dem 01.08.2010 in gemeinsamer Trägerschaft durch das Amt Achterwehr zusammengeführt. 

Formal gibt es nunmehr die Grundschule des Amtes Achterwehr in Bredenbek, die Grundschule des Amtes Achterwehr in Felde mit den Außenstellen Achterwehr und Westensee und die Grundschule des Amtes Achterwehr in Strohbrück mit der Außenstelle Melsdorf.

Weiterführende Schulen befinden sich in Kiel, Kronshagen, Nortorf, Schacht-Audorf und Rendsburg.

Kindertagesstätten mit unterschiedlicher Trägerschaft gibt es in den Gemeinden Achterwehr, Bredenbek, Felde, Melsdorf, Ottendorf, Quarnbek und Westensee.

Entwicklung und Erschließung:

Amtsgebäude
Amtsgebäude

Im Jahre 1989 wurde nach langer Planung die Autobahn A 210 fertig gestellt. Diese durchzieht mit den Anschlussstellen Melsdorf, Achterwehr und Bredenbek das Amtsgebiet von Ost nach West. Hierdurch wurden die bis dahin stark frequentierten Ortsdurchfahrten in Achterwehr und Bredenbek vom Fernverkehr befreit.

In allen Gemeinden des Amtes sind Flächennutzungspläne aufgestellt bzw. werden gerade erstellt oder schon wieder überarbeitet. Während vor dem Bau der Autobahn die Bauaktivitäten in den Stadtrandgemeinden Melsdorf, Ottendorf und Quarnbek stärker ausgeprägt waren, zieht sich heute der Wunsch nach neuem Bauland durch fast alle Gemeinden des Amtsgebietes. Gemäß den Vorgaben der Landesplanung können und wollen sich einige Gemeinden stärker entwickeln als andere Gemeinden im Amtsgebiet. Eine besondere Bedeutung haben hierbei der ländliche Zentralort Felde und die Gemeinde Bredenbek mit der vorhandenen Infrastruktur.

Andere Gemeinden, wie z. B. die Gemeinde Krummwisch, wollen mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes den dörflichen Charakter ihrer Gemeinde festschreiben.

Neben der Ausweisung von neuen Wohnbauflächen wird ebenfalls an die Ausweisung von Eignungsflächen für Gewerbeansiedlung gedacht bzw. ist dies zum Teil schon umgesetzt. Nähere Informationen erhalten Sie hierzu u.a. auch bei der Wirtschaftsfördoerungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde in Rendsburg oder unter www.wfg-rd.de.

Aus dem Wasserwerk des Amtes in der Gemeinde Felde wird die Trinkwasserversorgung für die Gemeinden Felde, Achterwehr, den Ortsteil Flemhude der Gemeinde Quarnbek und die Ortsteile Groß-Nordsee, Jägerslust und Frauendamm der Gemeinde Krummwisch sichergestellt.

Die Gemeinden Melsdorf und Ottendorf beziehen ihr Trinkwasser von den Stadtwerken Kiel AG.

In der Gemeinde Bredenbek besteht eine eigene zentrale kommunale Trinkwasserversorgung.
Außenbereiche der Gemeinden sowie einzelne Ortsteile werden durch Einzelbrunnen und Wassergemeinschaften / Wassergenossenschaften versorgt.

Entsorgung:

Das Amt Achterwehr hat zusammen mit der Schleswag Entsorgung eine GmbH gegründet, in der das Amt mit 51 % und die Schleswag mit 49 % beteiligt ist.

Für den größten Teil des Amtes Achterwehr ist in der Gemeinde Quarnbek auf der Holzkoppel ein zentrales Klärwerk errichtet worden. Nur die Gemeinden Ottendorf und Melsdorf entsorgen in das Klärwerk der Stadt Kiel.

Die zentrale Schmutzwasserentsorgung ist in fast allen Gemeinden fertig gestellt. In einigen Gemeinden fehlt noch die Nachrüstung für den sog. Außenbereich, dies sind allein stehende Häuser oder Höfe, die auf Grund der großen Entfernung nicht an die zentrale Schmutzwasserentsorgung angeschlossen werden können.

Dienstleistungsgemeinschaft im Amt Achterwehr:

Seit dem Neubau des Amtsgebäudes in Achterwehr im Jahre 1970 musste es, sowohl durch den ständigen Anstieg der Einwohnerzahlen im Amtsgebiet als auch durch Übertragung von immer weiteren Aufgaben auf die Amtsverwaltung, bereits mehrfach erweitert und umgebaut werden.

Im Jahr 2000 wurde die damalige Planung für eine neuerliche Erweiterung zusammen mit der Polizei durchgeführt, so dass seit Anfang 2002 die Polizeistation Achterwehr ebenfalls ihren Sitz im Amtsgebäude hat und eine Dienstleistungsgemeinschaft gemeinsam mit der Polizei realisiert werden konnte.