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Archiv des Amtes

Archiv des Amtes Achterwehr

Das Amtsarchiv ist ein öffentliches Kommunalarchiv und stellt das Gedächtnis der Verwaltung dar. Es steht allen Interessierten für Forschungen zu wissenschaftlichen, heimatkundlichen und familiengeschichtlichen Fragen im Rahmen der gesetzlichen und satzungsgemäßen Regelungen offen.

Aufgaben des Amtsarchivs und Benutzung der Archivunterlagen:

Das Amtsarchiv hat die Aufgabe, Unterlagen, die von der Amtsverwaltung zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht mehr benötigt werden, auf ihre Archivwürdigkeit zu prüfen, sie gegebenenfalls zu übernehmen, auf Dauer aufzubewahren, zu sichern, zu erschließen und nutzbar zu machen. Die Verwaltungsüberlieferung wird ergänzt durch Unterlagen der kommunalen Schulen sowie eine kleine Bibliothek mit ortshistorischem Bezug. Außerdem finden Sie dort die archivreifen Registerbände der Standesämter Flemhude, Achterwehr, Kluvensiek und Bovenau.

Die Benutzung der Archivmaterialien unterliegt den Bestimmungen wie sie im Landesarchivgesetz Schleswig-Holstein und in der Satzung des Archives des Amtes Achterwehr niedergelegt sind.

Zu der Satzung über die Nutzung des Archives

Das Amtsarchiv Achterwehr gehört seit 2009 zur Archivgemeinschaft Molfsee.

Wenn Sie Interesse an der Nutzung des Amtsarchivs haben, sind Sie herzlich eingeladen vorbeizukommen. Allerdings ist eine vorherige Terminabsprache mit der Amtsarchivarin notwendig.

Frau Hatke-Beck
Tel.: +49 (0) 43 40 / 409 053

E-Mail: b.hatke-beck@amt-achterwehr.de

Zur Geschichte des Amtes Achterwehr

Das heutige Amt Achterwehr entstand 1970 im Zuge einer Verwaltungs- und Gebietsreform und besteht aus den Gemeinden Achterwehr, Bredenbek, Felde, Krummwisch, Melsdorf, Ottendorf, Quarnbek und Westensee.

Die Region ist ursprünglich eine Güterlandschaft, geprägt durch zahlreiche große Güter, von denen noch immer 12 erhalten geblieben sind, auch wenn sie ihre ehemalige wirtschaftliche und soziale Bedeutung eingebüßt haben.

Gutsherrschaft bedeutete über Jahrhunderte, dass alles Land den Gutsherren gehörte und die gutsuntertänigen Bauern in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihrem Gutsherrn lebten. Die Güter stellten die unterste Stufe der landesherrlichen Verwaltungsstruktur dar und mit ihren Rechten und Privilegien wie z.B. Straf- und Polizeigewalt waren auch Aufgaben wie Armenversorgung und Wegeunterhaltung verbunden. Zwar wurde die Leibeigenschaft bis zum Ende des 18. Jahrhunderts endgültig aufgehoben und die ersten Bauern konnten ihr Land gegen eine Ablösesumme übernehmen, doch dauerte es bis 1928, dass die Gutsbezirke als politische Verwaltungseinheit endgültig aufgelöst wurden.

Nach dem Erlass der preußischen Landgemeindeordnung 1867 im Zuge der Eingliederung Schleswig- Holsteins in den preußischen Staat, konnten die ersten Landgemeinden als Träger einer bäuerlichen Selbstverwaltung gegründet werden. Als erste Dorfschaften im Gebiet des heutigen Amtes Achterwehr erhielten Ottendorf, Felde und Melsdorf ihre politische Unabhängigkeit als Landgemeinde mit einem gewählten Gemeindevorsteher an der Spitze. Die Güter bildeten jetzt Gutsbezirke und wurden vertreten durch den jeweiligen Gutsbesitzer oder seinen Verwalter, ihre Bewohner besaßen keine Selbstverwaltungsrechte. Erst nachdem die Gutsbezirke 1928 aufgelöst wurden, konnten auch aus den Gütern und ihren Dorfschaften, Haupthöfen und Meierhöfen politisch selbstständige und unabhängige Landgemeinden entstehen.

Die Verwaltungsebene über den Landgemeinden und Gutsbezirken und unter den ebenfalls 1867 neu gebildeten Kreisen bildeten die Amtsbezirke, die seit einer Kreisreform im Jahre 1888 jeweils mehrere Landgemeinden und Gutsbezirke zusammenfassten. An der Spitze der Amtsbezirke standen Amtsvorsteher, die vom Oberpräsidenten der preußischen Provinz Schleswig-Holstein ernannt wurden und ehrenamtlich tätig waren. Sie hatten vor allem ortspolizeiliche Aufgaben.

Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine Neugliederung der Verwaltungsstruktur: die Amtsbezirke wurden aufgelöst und 1948 wurden Ämter als Träger der Verwaltung für Gemeinden unter 1 000 Einwohnern neu geschaffen. Ein Amt sollte dabei mindestens für 3 000 bis maximal 10 000 Einwohner zuständig sein. Damit trug man den Kriegsfolgen und der mit ihnen verbundenen Ausweitung der Verwaltungsaufgaben Rechnung, die vor allem aus der Unterbringung und Versorgung der vielen Flüchtlinge und der einheimischen Bevölkerung resultierte und die eine hauptamtliche Verwaltung erforderte.

Die folgenden Ämter wurden gebildet:

  - das Amt Achterwehr mit den Gemeinden Achterwehr, Felde, Melsdorf, Ottendorf und Quarnbek,
  - das Amt Bovenau mit Bredenbek und Krummwisch und
  - das Amt Westensee mit den Gemeinden Westensee, Emkendorf und Deutsch-Nienhof.

Der Wirtschaftsaufschwung in den Nachkriegsjahren brachte Veränderungen in den Wirtschaft-und Sozialstrukturen auch in den ländlichen Gebieten. Um diese nicht hinter die städtischen Ballungsräume zurückfallen zu lassen, hielt man es für notwendig, modernere Verwaltungen zu schaffen, um den neuen Aufgaben z.B. beim angestrebten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und des Schulwesens gewachsen zu sein. Daher erfolgte 1966 eine Ämterreform, bei der die Mindesteinwohnerzahl pro Amt auf 5000 angehoben wurde, was in der Kreisreform von 1970 umgesetzt wurde und zur Umbildung und Fusion kleinerer Ämter führte. Durch eine Ausweitung ihrer Rechte und Zuständigkeiten sowie Ausstattung mit ausgebildetem Fachpersonal und neuen Informationstechnologien sollten die nun größeren Verwaltungseinheiten leistungsfähiger und wirtschaftlicher gemacht werden.

Als Folge der Ämterreform wurden 1970 die Ämter Bovenau und Westensee aufgelöst und ihre Gemeinden in die umliegenden Ämter eingegliedert. Schon 1963 war der Melsdorfer Ortsteil Mettenhof nach dem Verkauf größerer Siedlungsflächen an die Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat nach Kiel umgemeindet worden und damit aus dem Amt Achterwehr ausgeschieden.

Seit 1970 wird das Amt Achterwehr aus den Gemeinden Achterwehr, Bredenbek, Felde, Krummwisch, Melsdorf, Ottendorf, Quarnbek und Westensee gebildet. Nach 1970 gab es nur noch eine Änderung im Amtsgebiet: 1976 löste sich die Gemeinde Deutsch-Nienhof auf und ihre nördlichen Teile wurden in die Gemeinde Westensee und damit in das Amt Achterwehr eingegliedert.

Bis 2008 wurde das Amt durch einen ehrenamtlich tätigen, vom Amtssauschuss gewählten Amtsvorsteher geleitet. Die Verwaltungsgeschäfte wurden von einem Leitenden Verwaltungsbeamten geführt. 2008 beschloss der Amtsausschuss, die Leitung einem hauptamtlichen Amtsdirektor zu übertragen.